Entdeckungsreisen in revitalisierte Flusslandschaften der Schweiz

Foto: M. Roggo
Am natürlichen Fluss ist alles in Bewegung: Das Wasser nagt an den Ufern, trägt Sediment und Steine fort. Bäume werden unterspült und fallen ins Wasser, abgebrochene Äste werden zu Holzhaufen getürmt. Bei Hochwasser tritt der Fluss über seine Ufer und überschwemmt das Umland. Sümpfe und Auenwälder säumen das Flussufer. Gelegentlich ändert der Fluss seinen Lauf. So entstehen Altarme und trockene Kiesflächen. An den wechselhaften Lebensraum in einer Flusslandschaft hat sich eine reichhaltige Tier- und Pflanzengemeinschaft angepasst.

Foto: O. Mikulica
Doch dieser Lebensraum geriet in den letzten zweihundert Jahren immer mehr unter Druck: Fast alle Flüsse der Schweiz wurden verbaut, zwischen Dämme gezwängt und vom Umland abgeschnitten. Das Umland wurde zudem trocken gelegt und von nun an für die Landwirtschaft, den Bau von Verkehrswegen, Industrie und Siedlungen genutzt. Dadurch konnten zahlreiche Gebiete an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben. Den Preis dafür zahlte die Natur. Viele Pflanzen und Tiere verloren ihren Lebensraum. Aber auch für uns Menschen ergaben sich direkte negative Folgen. So verkam die einst vielseitige Flusslandschaft zu einer monotonen Einöde. Zudem boten die technischen Flussverbauungen keinen zuverlässigen Schutz vor Hochwasser. Auch der Wasserhaushalt wurde durch die Eingriffe gestört.

Foto: F. Frank

Heute wird an unseren Flüssen „zurück gebaut“. Nebst Naturschutzorganisationen setzen sich auch Bund, Kantone und Gemeinden für einen nachhaltigeren Umgang mit den Flüssen ein. Im Wasserbau hat ein Richtungswechsel stattgefunden. Die Bedürfnisse der Natur müssen nun berücksichtigt werden. Die Vision des Bundesamtes für Wasser und Geologie (BWG) lautet: „Die neu gestalteten Fliessgewässerräume mit Ufervegetation bremsen den Abfluss und erfreuen – als Lebensraum für Flora und Fauna – das Auge des Betrachters“. Man will unsere verbauten Flüsse wieder naturnah gestalten. Die Struktur und Funktion der beeinträchtigten Fliessgewässer sollen so verbessert werden, dass sich das Ökosystem im Lauf der Zeit selbst erholen kann. Dazu brauchen unsere Flüsse vor allem eines: Mehr Raum!

Die in diesem Buch dokumentierten Beispiele gelungener Fluss-Revitalisierungen sind wegweisend. Denn wir brauchen lebendige Flüsse: Sie versorgen uns mit Trinkwasser, gewähren den besten Schutz vor Hochwasser und sind wichtige Naherholungsgebiete.

Aktuelles

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Fische sind zum essen da
Aber nicht jede ist eine Regenbogenforelle aus dem Tiefkühlfach. Haben Sie gewusst, dass in unseren Flüssen und Bächen mehr als 70 Fischarten vorkommen:
Kleine und grosse, dicke und dünne, bunt-schillernde und gut getarnte, gemütliche Geniesser in Seen und kräftige Staustufenspringer in verbauten Flüssen. Einfach beobachten lassen sich die Fische nicht. Deshalb gibt der WWF erstmals ein Poster mit Fotos von allen Schweizer Fischen heraus. Ein Schmuckstück für jedes Badezimmer!

Medienkonferenz zum Verkaufsstart des Buches
Am 22. August fand die Medienkonferenz im Forum des WWF Schweiz in Zürich statt. Die Medienunterlagen zu diesem Ereignis finden sie hier: Medienunterlagen

(Update: 7. Juli 2004)

Das Buch

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Herausgegeben vom WWF Schweiz

192 Seiten, Broschiert
Fr. 32.-
ISBN 3-85869-243-3